Gerichte dienen in rechtlichen Konflikten der Wahrheitsfindung und werdendiesem Anspruch dennoch nicht immer gerecht. Irren ist menschlich - auch inder Justiz? Zweifelsohne gibt es Fälle, in denen in rechtsstaatlichen VerfahrenFehlurteile gesprochen werden. Manche dieser Entscheidungen werdenaufgedeckt, gar in rechtlichen Verfahren nachgewiesen? Andere bleibenvermutlich für immer im Dunkeln.
Wodurch entstehen Fehlentscheidungen in der Justiz? Ist das System Strafrecht (Exekutive, Gericht, psychiatrische Gutachten, Rechtsprechung und Einspruch, Ausbildung …) in Österreich so organisiert, dass Fehlurteile minimiert werden? Haben alle Menschen unabhängig von ihren sozialen und finanziellen Ressourcen denselben Zugang zum Recht? Wie wirkt sich das gesellschaftliche Klima auf die Rechtsprechung in spezifischen Bereichen z.B. Sexualstraftaten aus?
Diesen Fragen widmen wir uns in der Tagung “Aussage gegen Aussage” - im Fokus stehen dabei Rechtsstreitigkeiten ohne Augenzeug:innen. Das zentrale Element der Tagung sind drei Workshops, in denen Lösungsansätze, die teilweise im europäischen Ausland bereits Standard sind, für das österreichische System durchdacht und weiterentwickelt werden. Angeleitet von fachlichen Inputs diskutieren die Teilnehmer:innen die Thematiken und erarbeiten konkrete systemtaugliche Lösungsvorschläge. In einer abschließenden öffentlichen Podiumsdiskussion replizieren Expert:innen auf die erarbeiteten Vorschläge. “True Crime” Dokumentation und Theater bilden den Rahmen der Veranstaltungstage.
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20.11.2025 Filmscreening "Falschbeschuldigungen“ von Patricia Marchart.
Diskussion mit den Protagonisten und der Regisseurin.
21.11.2025 9 - 17:00 Uhr
Fachtagung für Expert:innen aus dem Bereich Urteilsfindung
Inputs von u.a. Alois Birklbauer, Frank Urbaniok, Martin Brandenstein, Alexander Rupflin etc.
21.11.2025 19:00 - 21:00 Uhr
Podiumsdiskussion "Aussage gegen Aussage" mit u.a.
Alois Birklbauer, Institut für Strafrecht, Kepler Universität Linz
Martin Brandenstein, Dr. iur. und Dipl.-Psych., Fakultät für Recht der FernUni Schweiz, forensisch-psychologischer Gutachter
Alexander Rupflin, Kriminalreporter, Die Zeit
Weitere Details und Anmeldung ab Herbst 2025.
Sollten Sie Interesse an der Veranstaltung haben, schreiben Sie gerne eine kurze Mail an office@ash-forum.at. Wir informieren Sie dann rechtzeitig sobald eine Anmeldung möglich ist.
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Eine Kooperationsveranstaltung von
ASH Forum der Zivilgesellschaft
Union für die Rechte von Gefangenen
Menschen & Rechte (ehemals Blickpunkte) sowie der
Evangelischen Gefängnisseelsorge
Weitere Informationen zur Plattform Strafrechtsethik hier.